Psychiatriekritik

Diesen Post habe ich vor fast einem Jahr geschrieben. Ich hatte in lange Zeit auf Passwortgeschützt eingestellt, unter Anderem da sich einige meiner Ansichten mittlerweile stark geändert haben und ich überlegte ob ich diesen Post in der Fassung überhaupt nochmal veröffentlichen möchte. Dennoch sehe ich in dem Text thematisch wichtige Punkte, die ich teilweise auch heute noch genau so vertrete. Zudem finde ich es durchaus legitim, auch offen zu legen wenn sich Ansichten verändert haben, und sehe den Post als eine aus meinem damaligen Blickwinkel sinnvolle Momentaufnahme. Mittlerweile würde ich vermutlich mich deutlicher zu Psychiatriegewalt, und wesentlich kritischer gegenüber dem heutigen psychiatrischen System äußern (nicht nur, aber auch in Bezug auf Zwangsmaßnahmen). Fürs Erste belasse ich es bei meinem damaligen Text, und halte es mir offen zu einem späteren Zeitpunkt noch mehr zu dem Thema zu schreiben.

 

 

 

[CN Erwähnung von Psychiatriegewalt, Diskriminierungen, Zwangsmaßnahmen, und Suizidalität]

 

Zunächst einmal für diejenigen, die noch nie mit psychiatrischen und/oder psychosomatischen Kliniken zu tun hatten, ein grundlegender Überblick über das psychiatrische System und seinen Aufbau. Wer schon gewisse Grundkenntnisse in der Thematik hat, kann die Einleitung gerne überspringen.

Einleitung

Es gibt in Deutschland mehrere Formen der vollstationären Unterbringung/Behandlung von psychisch erkrankten Menschen. Grob umrissen kann zwischen drei verschiedenen psychiatrischen Klinikformen unterschieden werden:

  1. Die geschlossene Akutpsychiatrie. Akutpsychiatrische Aufnahmestationen sind jederzeit, rund um die Uhr, verpflichtet Patient_innen aus ihrem Einzugsgebiet (wird nach Wohnohrt bestimmt) in Akutkrisen aufzunehmen. Sie dienen in der Regel der reinen Kriseninterventionen. Von solch einer Krise wird psychiatrisch meist gesprochen, wenn eine „akute Selbst- und/oder Fremdgefährdung“ vorliegt. Dies kann z.B. bei (starker) Suizidalität der Fall sein, bei Nervenzusammenbrüchen, bei psychotischen Episoden, bei Erkrankungen in denen der_die Patient_in Gefahr läuft sich selbst oder anderen erheblichen Schaden zu zu fügen, und teilweise auch zur (körperlichen) Entgiftungen bei Suchterkrankungen. Eine Aufnahme auf einer geschlossenen (oder auch teilgeschlossenen) Akutstation kann freiwillig oder durch polizeilich/richterliche Zwangsanordnung erfolgen. Das Grundkonzept auf den meisten Akutaufnahmestationen ist den_die Patient_in durch Medikamente insoweit zu Stabilisieren, dass eine psychotherapeutische Weiterbehandlung in anderen (stationären, teilstationären oder ambulanten) Settings möglich ist. Viele Aufnahmestationen haben entweder gar keine_n Psychotherapeut_in oder bieten nur sehr wenige psychotherapeutische Gespräche und Begleittherapien an.
  2. Offene psychiatrische Stationen. Die offenen Stationen der Psychiatrie haben meist einige Wochen bis Monate Wartezeiten. Patient_innen, die dort hin möchten müssen eine gewisse Grundstabilität vorweisen. Das heißt, wer noch in einer akuten psychotischen Episode, im körperlichen Entzug, oder stark suizidal ist, wird in den meisten offenen Stationen nicht aufgenommen. Oftmals erfolgt aber auch eine Kooperation zwischen den geschlossenen und offenen Stationen einer Klinik, bei denen individuell nach Patient/Krankheitsbild entschieden wird ob eine Weiterbehandlung oder Verlegung (in die eine oder andere Richtung) sinnvoll wäre.

Neben den Wartezeiten, ist ein wesentlicher Unterschied zwischen offener und geschlossener Psychiatrie, dass offene Stationen meist ein gewisses Grundangebot an psychotherapeutischen Behandlungen anbieten. Welches allerdings von Klinik zu Klinik und Station zu Station abweicht. Auch manche offene psychiatrische Stationen bieten kaum Therapien an. Patient_innen in der offenen Psychiatrie decken (je nach genauer Station und Klinik) meist sämtliche psychiatrische Erkrankungen ab, stellen jedoch keine akute Selbst- oder Fremdgefährdung dar. Ferner sind Patient_innen auf offenen Stationen in der Regel alle freiwillig da, wohingegen auf den geschlossenen sowohl freiwillig als auch richterlich angeordnete Unterbringung statt findet.

2)a) Es gibt Stationen, die fakultativ geschlossen sind. Das heißt die Türen sind in der Regel offen, können aber bei gefährdeten Patient_innen geschlossen werden.

 

3) Psychosomatiken und psychotherapeutische Kliniken

Der ursprüngliche Grundgedanke hinter psychosomatischen Kliniken ist eine Behandlung anzubieten für Patient_innen, die entweder sowohl an einer körperlichen und einer psychischen Erkrankung leiden, oder bei denen eine der beiden Erkrankungsformen die andere bedingt. In der Praxis werden in den meisten psychosomatischen Kliniken aber auch Patient_innen mit „reiner“ psychischen Erkrankung behandelt. Psychosomatische und psychotherapeutische Klinken bieten oft ein großes Spektrum sowohl an Gesprächstherapien als auch an Begleittherapien, und sind meiner Einschätzung nach für längerfristige Verbesserung die geeignetesten Kliniken. Allerdings haben psychosomatische Kliniken auch die längsten Wartezeiten und nehmen nur Patient_innen auf die eine noch stärkere Grundstabilität vorweisen als Psychiatriepatient_innen. Auch werden in den meisten psychosomatischen Kliniken keine Patient_innen mit Psychosen, Suizidalität und/oder Suchterkrankungen aufgenommen (wobei es für letztere noch die Möglichkeit langzeittherapeutischer Einrichtungen gibt, aber das würde den Rahmen jetzt hier sprengen).

 

 

 

Kritik am systemischen Aufbau der Psychiatrien/Psychosomatik

Die langen Wartezeiten, die von 2 Monate bis 2 Jahre dauern können, für therapeutische Kliniken sind für viele Patient_innen nicht aushaltbar und führen nicht selten zu einer erheblichen Verschlechterung ihres Krankheitsbildes. Verschlechterung einer psychischen Erkrankung kann durchaus bedeuten, dass die Patient_innen innerhalb der Wartezeit doch auf eine psychiatrische Akutstation müssen oder sich sogar umbringen.

 

Die Vorstellung von „Stabilisierung“ in der (geschlossenen) Akutpsychiatrie

Für manche Patient_innen/Krankheitsbilder kann es durchaus sinnvoll sein erstmal auf eine rein medikamentöse Behandlung zu setzen bevor sie überhaupt in der Lage sind sich psychotherapeutisch den zu grundlegenden Problemen zu stellen. Es gibt aber auch Patient_innen/Krankheitsbilder für die eine psychotherapeutische Behandlung zur Stabilisierung dringend notwendig ist. Nicht zuletzt gibt es noch die Gruppe derjenigen Patient_innen, die auf Medikamente gar nicht reagieren (bei z.B. Depressionen geht es laut Statistiken einem Viertel bis einem Drittel, der Patient_innen so). Die rein medikamentöse Behandlung nutzt daher einigen Patient_innen nicht. Das Ergebnis ist für diese Patient_innen, dass sie entweder ohne Stabilisierung entlassen werden (was ebenfalls zur Verschlechterung der Erkrankung bishin Suizid führen kann) oder zu Langzeitpatient_innen in der Akutpsychiatrie werden und keinen Zugang zu effektiveren, therapeutischeren Kliniken haben.

 

Machtsystem Psychiatrie

Psychiatrie, insbesondere umso akuter/geschlossener die Station ist, ist immer noch eine Institution mit einem hohen Machtgefälle. Das gilt sowohl für die zwischenmenschliche Ebene zwischen Patient_innen und Psychiatriepersonal. Nicht selten nehmen sich Psychiatriemitarbeiter_innen als „die Expert_innen“ ™ und den_die Patient_in als psychisch kranke, unmündige Person ohne (ausreichend) Wissen über sich selbst, seine Erkrankung, und was ihm_ihr (nicht) gut tut, wahr. Bei einigen Krankheitsbildern (meist schwere Psychosen und/oder Demenz) mag es der Fall sein, dass dier Patient_in nicht über „umfangreiche“ Selbst- und/oder Fremdwahrnehmung verfügt, und Gespräche sich mit diesen Patient_innen schwierig gestalten. Das betrifft aber nur einen kleinen Teil der Psychiatriepatient_innen und ist auch bei denen die es betrifft automatisch gleichbedeutend mit „Person hat (gar) keinen freien Willen“. Viele Patient_innen bringen ein großes Wissen über ihre eigene Person, ihr Innenleben und teilweise auch über ihre Erkrankungen und/oder sonstiges fachliches Wissen mit. Eine erfolgreiche, respektvolle Behandlung kann nur statt finden wenn Behandler_innen und Patient_innen sich als Team auf Augenhöhe begegnen. Nur so können die Expertise, die Behandler_innen auf ihren Lehrbüchern haben mit der Expertise die dier Patient_in über sich selbst, sein_ihr Innenleben, individuell hilfreiches (und ggf auch Lehrbücher) hat, kombiniert werden.

Zudem ist ein respektloser Umgang mit dem_der Patient_in, dier immer wieder Machtstrukturen zermentiert weder für die Gesundung noch für die Menschenwürde des_der Patient_in hilfreich.

Leider ist ein Umgang auf Augenhöhe bei den meisten (akut) Psychiatriemitarbeiter_innen selten anzutreffen. Die Ursachen hierfür liegen sicherlich auch zum Einen in gesamtgesellschaftlichem Ableismus (aka Feindlichkeit und Falschvorstellung gegenüber Behinderten und chronisch/psychisch Erkrankten), durch den in unserer gesamten Gesellschaft psychische Erkrankung oft mit Unzurechnungsfähigkeit gleichgesetzt wird. Zum Anderen herrscht auch noch heute – nicht nur – in Deutschland gesellschaftlich ein großer Glaube an Autoritätsfiguren, den auch diese selbst (unbewusst) oft aufnehmen. Ärzt_innen zählen oft zu solchen „Autoritätspersonen“ und sehen sich daher auch selbst, solange sie dies nicht reflektieren, gerne als „Halbgötter in Weiß“.

Da Psychiatrien eine Machtinstitution sind, sind die Mitarbeiter_innen dort auch nicht zwingend genötigt sich selbst und eventuell eigene Fehler zu reflektieren. Es gibt sicherlich Stationen, und Mitarbeiter_innen die Selbstreflektion betreiben und ernst nehmen, doch das geschieht meist aus einer persönlichen Freiwilligkeit heraus. Wer sich selbst als „unfehlbare_n Expert_in“ sieht, kann jeden zwischenmenschlichen Konflikt bishin zu Misshandlungen und entsprechenden Reaktionen des_r Patient_in auf die Psyche des_der Patient_in schieben und das eigentliche Problem so anhand des_r Patient_in pathologisieren statt zu überlegen ob vielleicht der Fehler auch auf der Seite des_r Behandler_in lag.

Auch auf rein praktischer Ebene herrscht ein Machtgefälle, insbesondere in geschlossenen Psychiatrien. Wer zwangsweise untergebracht ist, hat wenig Möglichkeiten sich zu wehren oder sich aus misshandelnden Situationen zu befreien. Auch Patient_innen, die freiwillig in die Psychiatrie gegangen sind, können Gefahr laufen durch entsprechende Beurteilung der Ärzt_innen zwangsweise da bleiben zu müssen.

 

Womit wir schon zum nächsten Thema kommen:

Beschwerdemöglichkeiten in der Psychiatrie. Wer in der Psychiatrie Diskriminierung, Misshandlungen, physische und/oder körperliche Gewalt erlebt, hat theoretisch Möglichkeiten sich bei Chefärzt_innen, Patientenfürsprecher_innen, der Ärztekammer und/oder der Polizei zu beschweren. Praktisch ist das aber aus zwei Gründen schwierig. Zum Einen wird Psychiatriepersonal tendenziell mehr Glauben geschenkt als einem psychisch erkrankten Psychiatriepatienten (siehe Ableismus/Stigma), insbesondere wenn das Personal ihre Machtposition ausnutzt und entsprechende Gutachten schreibt, die den_die Patient_in als unmündig darstellen. Zum Anderen haben viele Patient_innen aufgrund ihrer Erkrankung gar nicht die Ressourcen sich um die entsprechenden behördlichen Beschwerdemögichkeiten zu kümmern. Es ist auch den wenigsten bekannt, dass es überhaupt Stellen wie Patientenfürsprecher_innen gibt. Wer kein entsprechendes Angehörigenumfeld hat, läuft noch mehr Gefahr sich gegen eventuelle Misshandlungen nicht zur Wehr setzen zu können.

 

Diskriminierung, Misshandlungen und Psychiatriegewalt

Zunächst vorweg: Nein, nicht alle Psychiatrien sind schlecht. Nein, nicht alle Psychiatriemitarbeiter_innen nutzen ihre Machtpositionen aus. Und nein, in Psychiatrien läuft es auch in der Regel nicht wie bei „Einer flog übers Kuckucksnest“ ab (Sidenote: Ich warte immer noch darauf mal EINE realistische mediale Darstellung von Psychiatrien zu sehen/zu lesen. Bisher habe ich noch keine entdeckt).

Insbesondere in vielen (nicht allen) psychosomatischen Kliniken gibt es durchaus hilfreiche und menschenwürdige Behandlungen. Auch akutpsychiatrische Stationen können hilfreich bishin zu in manchen Situationen dringend notwendig sein.

Dennoch wo Machtgefälle sind, kann es auch Machtmissbrauch geben. Umso akuter/geschlossener eine psychiatrische Station ist, desto häufiger sind leider auch psychische wie physische Misshandlungen, unterlassene Hilfeleistungen und Gewalt anzutreffen. Aus verschiedenen Gründen (Quellenschutz uvm.) kann ich an dieser Stelle nicht auf konkrete Beispiele eingehen, bin aber durchaus bereit dies in in einem geschützteren Rahmen noch zu tun.

 

Ein weiteres Problem ist fehlende Awareness über sturkturelle Diskriminierung bis hin zu offen diskriminierendem Verhalten.

Nicht wenige psychische Erkrankung sind (auch) Folgen rassistischer, sexistischer/sexualisierter, und LGBTIQfeindlicher Diskriminierung und Gewalt. Therapeut_innen, Psychiater_innen und Pflegepersonal verfügen allerdings in den meisten Fällen nicht über das Wissen über strukturelle/systemische Diskriminierung, was die Behandlung der Folgen erschwert bis unmöglich macht.

Dazu kommt, dass natürlich auch die Psychiatrie ein Teil der Gesellschaft und somit kein diskriminierungsfreier Raum ist. So werden in der Regel weder rassistische, sexistische/sexualisierte, transfeindliche, sonstige –istische Übergriffe von Seiten der Mitpatient_innen noch von Seiten der Mitarbeiter_innen entsprechend aufgefangen. Auch zu diesem Thema könnte ich zahlreiche, heftige Beispiele nennen, was mir aber aus oben genannten an dieser Stelle nicht möglich ist.

Zum Umgang mit Diskriminierung(sbetroffenen) wäre langfristig dringend eine entsprechende Ausbildung über strukturelle Diskriminierung bei Behandler_innen, und ausgebildete, diverse Antidiskriminierungsstellen in jeder Klinik notwendig.

 

 

Warum ich mich dennoch nicht als Antipsychiatrikerin bezeichne

Zum Einen sehe ich schlichtweg keine strukturellen Alternativen zur Psychiatrie. Oder anders ausgedrückt: Das psychiatrische System ist wie die Deutsche Bahn vor Einführung der Reisebusse – es hat eine Monopolstellung. Es gibt zwar vereinzelt ein paar psychiatriekritische Hilfestellen wie z.B. Soteria, aber die gelten meist nur für psychose Erkrankte, sind in Deutschland nur sehr selten vorhanden und bieten nur wenig Plätze.

Zum Anderen denke ich, dass Psychiatrie zwar auch (teilweise massive) Schäden anrichten kann, aber für einige Menschen durchaus notwendig und hilfreich ist.

Ich bin weder für eine komplette Abschaffung der Psychiatrien (zumindest nicht solange es strukturell keine Alternativen gibt) noch für eine komplette Abschaffung der Zwangsmaßnahmen. Zwangsmaßnahmen – die von Zwangsunterbringungen bishin zu Fixierungen und Zwangsmedikation reichen können – sind ein ethisch sehr schwieriges und umstrittenes Thema. Auch ich stehe dem Thema ambivalent entgegen, doch würde eine längere Ausführung dazu den Rahmen dieses Blogposts sprengen. Nur so viel: Es gibt durchaus Situationen, insbesondere bei akuter Fremdgefährdung, für die ich bisher keine Alternative zu Zwangsmaßnahmen gefunden habe. Zudem kenne ich auch Patient_innen, die nach erfolgreicher Behandlung durchaus froh waren zunächst zur Behandlung gezwungen worden zu sein.

 

Was ich fordere (erstmal nur in Stichpunkten, da dieser Post eh schon viel zu lang geworden ist. An anderer Stelle vielleicht noch ausführlicher):

  • Eine komplette Reform des psychiatrischen Systems inklusive der Therapieformen mancher Stationen, des Umgang des Personals mit Patient_innen, der Formen der Diagnostik, und des „Qualitätsmanagement“
  • Zuverlässige Qualitätskontrollen von Psychiatrien, inklusive zuverlässiger Überwachung von Notwendigkeit/Dauer/Durchführung von Zwangsmaßnahmen
  • Abbau des Machtgefälles zwischen Behandler_innen und Patient_innen
  • Erreichbare, unabhängige Beschwerdemöglichkeiten für Patient_innen
  • Feministisches, antirassistisches, aktivistisches, politisches und gesamtgesellschaftliches Engagement für die Rechte von psychisch Erkrankten/Psychiatriepatient_innen
  • Seriöse mediale Darstellung/Berichterstattung sowohl über Psychiatrie an sich, als auch über Psychiatriepatrient_innen und Psychiatriekritik/-gewalt. Dies gilt sowohl für Spielfilme, Reportagen, als auch Print- und Hörfunkbeiträge
  • Antidiskriminierungsstellen mit diversen Identitäten/Betroffenheiten und gut ausgebildetem Team in jeder Klinik
  • (Bessere) Ausbildung von Therapeut_innen, Ärzt_innen und Pflegepersonal zu rape culture und strukturellen Diskriminierungsformen
  • Verpflichtende Zusatzausbildung zum Psychiatriefachpfleger für Pflegekräfte, die in der Psychiatrie arbeiten. Eine generelle Pflegeausbildung mit Fokus auf körperliche Pflege bringt in der Psychiatrie wenig. Die Zusatzausbildung, und auch die darauf folgende Pflegetätigkeit müsste entsprechend vergütet sein und nach angmessenen Arbeitszeiten folgen
  • Mehr Pflegekräfte, mehr Reinigungspersonal, menschenwürdige Arbeitszeiten und Entlohnung für beide Berufsgruppen
  • Begrenzte Zeiträume, die Psychiatriepersonal auf emotional stark belastenden Stationen wie der Geschlossenen arbeiten dürfen und regelmäßiger Wechsel auf andere Stationen. Gefahr bei vielen die „zu lange“ auf der Geschlossenen arbeiten: Entweder emotionale Verrohrung/Abstumpfung und entsprechender Umgang mit Patient_innen und/oder Burn Out.
  • Eingehen des Personals auf den individuellen Patienten und nicht zwanghafter Versuch Patient_in in diagnostische, stereotype Schubladen zu stecken (insbesondere nicht wenn diagnostische Beurteilung, wie auf vielen akut Stationen, vorallem auf das nach außen sichtbare Erscheinungsbild des Patient_innen du nicht auf tatsächlichen diagnostischen Methoden, inklusive Gesprächen, beruht)
  • Schutz vor fremdgefährdenden Patient_innen (in der Praxis nicht immer außreichend) und emotionale Aufarbeitung mit Betroffenen falls es doch zu Übergriffen kommt

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