Betroffene ODER „Expertin“

In unserer Gesellschaft herrscht eine Schein-Dichotomie zwischen den Begriffen „Betroffene“, „Aktivist_in“, und „Expert_in“. Im Auge der meisten Menschen kannst du nur eins davon sein. Alles drei geht auf gar keinen Fall.

Sobald du „Betroffene“ bist, wird dir jegliche fachliche Expertise abgesprochen. Im Gegenzug, sobald du „Expert_in“ bist, wird bei dir jegliche (persönliche) Betroffenheit weggedacht.

Zugegeben, ich mag den Begriff „Expert_in“ eh nicht, denn wer ist schon Experte? Jemand, der sechs Semester ein Fach studiert hat? Jemand, der es 10 Semester studiert hat? Was ist mit denjenigen, die den Inhalt des Fachs Tag für Tag leben? Achso, die sind ja dann wieder nur „Betroffene“ und auf gar keinen Fall „Expert_innen“.

In Deutschland (und es mag in anderen westlichen Ländern ähnlich sein) haben wir eine extreme Titelgeilheit. Ein akademischer Titel gilt als absolute, unantastbare, und meist auch einzige Kompetenzlegitimation. Ein Mensch mit Titel ist automatisch „Expert_in“, ein Mensch ohne automatisch nicht.

Warum wir Wissenschaft so einen hohen Stellenwert einräumen, im Gegensatz zu anderen Wissensquellen, hat sicherlich auch machtsystemische Gründe. (Westliche) Wissenschaft wird meist aus einer eurozentristischen, weißen, abled, (teilweise männlichen), mitteloberschichtigen Position heraus gemacht. Die Wissenschaftler, die eher bekannt und Teil unseres Lehrplans und/oder der Allgemeinbildung werden, sind in der überwiegend Mehrheit der Fälle weiß, europäisch/nordamerikanisch und – insbesondere historisch gesehen – auch oft männlich.

Beispielsweise Schwarze afrikanische Menschen finden in der Wissenschaft meist höchstens nur als exotisches Untersuchungsobjekt Erwähnung. Schwarze Menschen finden und fanden in der Geschichte der westlichen Wissenschaft in der Regel entweder als „zu untersuchende Objekte“ statt, oder aber es wurden ihnen ihre Leistungen in der Wissenschaft durch Aneignung, und durch sogenanntes Whitewashing aberkannt.

Dieses englischsprachige Video stammt aus einer Reihe, in der sich Student_innen mit der Frage beschäftigen „Why is my curriculum so white?“ (zu deutsch: „Wieso ist mein Lehrplan so weiß?“):

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Neben Geschlecht und ethnischer Zugehörigkeit gibt es aber natürlich auch noch weitere Filterkriterien in das Machtsystem Wissenschaft:

Menschen mit bestimmten gesundheitlichen Einschränkungen/Erkrankungen/Behinderungen haben es oft schwerer in das akademische System zu gelangen und sich dort zu beteiligen. Sicherlich hängt das auch ein Stück weit davon ab, was genau sie für eine Erkrankung oder Behinderung haben, bei manchen wird es wenig Probleme geben, aber in der Regel ist die Universität alles andere als ein barrierefreier Raum (und ich spreche jetzt hier nicht (nur) von Barrierefreiheit im Sinne von „keine Treppen, überall Aufzüge“).

Eine Gruppe, die es ebenfalls sehr schwer hat, in das Universitätssystem zu gelangen: Menschen aus Arbeiterfamilien und Bildungsbürgertumfernen Schichten. Es gibt mittlerweile mehr als genug Studien darüber, dass Arbeiterkinder auch heute noch sehr viel seltener studieren als Kinder aus Akademikerhaushalten. Ich werde dieses durchgehend bekannte Phänomen daher hier an dieser Stelle nicht weiter aufdröseln.

Wissenschaft ist also ein Bereich der Wissenserlangung, der oft aus einer sehr privilegierten Richtung kommt. Unsere Bedürfnis nach akademischen Titeln, um das Wissen und die Kompetenz eines Menschen zu legitimieren, sollte daher höchst kritisch im Auge behalten werden.

Zurück zur Schein-Dichotomie zwischen „Betroffenen“ und „Expert_innen“:

In vielen Diskursen wird mensch direkt entweder als „Betroffene_r“ oder als „Expert_in“ gelabelt. Ein „entweder“ oder ein „oder“. Dass ein Mensch, der betroffen ist, nicht gerade deswegen auch Expert_in für ein Thema sein kann, wird ausgeschlossen. Genauso wie die Möglichkeit, dass der_die Betroffene vielleicht zusätzlich zu der persönlichen Betroffenheit sich auch fachlich Wissen angeeignet hat (sei es durch ein klassisches Studium, durch self-studies oder andere Wege).

Genauso geleugnet wird, dass der als „Expert_in“ gelabelte Mensch vielleicht auch auf die eine oder andere Weise selbst betroffen sein könnte (Beispiel: Er könnte heimlich selbst an einer Erkrankung, über die er referiert, leiden. Anderes Beispiel: Wenn er als priviligierte Person über eine Diskriminierungsform referiert, ist er automatisch auch subjektiv da er in dem Unterdrückungssystem genauso eine Rolle hat wie die marginalisierte Person). Er wird automatisch als „objektiv“ und „neutral“ wahrgenommen, der „Betroffene“ hingegen als subjektiv.

Ich merke immer wieder, wie auch ich durch die dichotome Sichtweise anderer Menschen in meinem Handeln und meinem Sein eingeschränkt werde.

Nehmen wir zum Beispiel das Thema Depressionen, psychische Erkrankungen, und #NotJustSad.

Ich beschäftige mich mit Psychologie schon seitdem ich denken kann. Ich habe mir durch self-studies schon lange bevor ich anfing Psychologie zu studieren, selbst Wissen angeeignet. Ich habe mich auch schon mit psychischen Erkrankungen beschäftigt, lange bevor ich selbst an Depressionen erkrankte.

Mein Zugang und mein Wissen zu dem Thema stammt aus verschiedenen Positionen: Zum Einen über self-studies (sowohl von Fachliteratur in Buchform als auch von aktivistischen und Betroffenen Seiten im Internet), zum Anderen von meinem angefangen Psychologiestudium und meinem jetzigen Soziologiestudium, weitergehend aus einer Angehörigenperspektive, aus einer zuhörenden Perspektive (sowohl in zahlreichen Gesprächen mit anderen Betroffenen, als auch mit Ärzt_innen und Therapeut_innen), und nicht zuletzt aus meiner eigenen Erfahrung als Depressiverkrankte.

Aber mein Wissen und meine Zugänge lassen sich nicht in dichotome Kategorien pressen. Ich gelte weder als „Expertin“ (wobei ich wie gesagt den Begriff eh nicht mag), da mir der Titel fehlt, noch werde ich so richtig als „Betroffene“ wahrgenommen.

Sobald ich mich aktivistisch engagiere, wird mir oft versucht mir meine Definitionsmacht und mein Erleben als Betroffene abzusprechen. Insbesondere im November, aber auch jetzt immer wieder ist es mir aufgefallen wie oft ich als abstraktes, aktivistisches „Ding“, als Institution, Organisation oder was auch immer gesehen werde.

Zunächst einmal habe ich #NotJustSad spontan, und alleine (nur beim Namens-Brainstorming haben mir die beiden Twitteruser_innen @MikaMurstein und @halbbluthobbit geholfen) als Betroffene gestartet. Damals nicht im entferntesten ahnend, was sich aus dieser spontanen Schnapsidee mal ergeben würde (wer weiß, ob ich das überhaupt alles so gemacht hätte, wenn ich gewusst hätte, was da mal draus wird…).

Wer die Twittersuchfunktion anschmeißt, wird auch sehen, dass ich zu Beginn erst noch rein aus der Position meiner eigenen Betroffenheit darüber getweetet habe, was meine Krankheit für mich bedeutet. Erst als ich merkte „oh, das wird jetzt groß und das nutzen doch mehr Leute als gedacht“, habe ich daraus für mich auch eine gewisse Verantwortung begriffen, die Chance zu nutzen, so viel wie möglich aufzuklären und so viel wie möglich Angebote auch an Betroffene zu machen. All das ohne je einen Cent dafür zu verdienen, denn natürlich waren weder die Medieninterviews, noch die im Internet veröffentlichen Texte, noch gehaltene Vorträge, noch sonst irgendein Teil meiner beizeiten bis zu 12 Stunden „Arbeitszeit“ je bezahlt (im Gegenteil hat mich mein Engagement auf persönlicher Ebene eher einiges gekostet. Denn auch wenn man nicht über die unschönen Seiten spricht, heißt das nicht, dass es sie nicht gibt). Dazu kam und kommt meine eigene Depression, die natürlich auch dann an mir zieht und zerrt, wenn ich nicht darüber schreibe. So habe ich zum Beispiel Radiointerviews im Pyjama gegeben, weil ichs mal wieder vor lauter Antriebslosigkeit seit einer Woche nicht geschafft hatte mal aus dem Haus raus zu gehen. Den Teil sieht natürlich keiner, der Teil wie sehr ich vielleicht auch selbst kämpfe. Schon allein deswegen, weil ich ja in der Außenwahrnehmung nur „Aktivistin“ ODER „Betroffene“ sein kann.

Die Grenzen an die ich durch diese Schein-Dichotomie stoße beschränken sich natürlich nicht allein aufs Thema Depressionen. Auch bei meinen anderen aktivistischen Themen merke ich oft, dass ich irgendwo zwischen all die Scheinkonstrukte von Expertise und Betroffenheit durchfalle.

Wenn ich zum Beispiel über die Themen Rassismus oder Sexismus spreche, werde ich als Schwarze Frau als prädisponiert „subjektiv“ wahrgenommen. Oder beim Thema sexuelle Gewalt, bei dem ich auch immer wieder nur als *entweder* Betroffene *oder* Aktivistin gesehen werde. Tatsächlich beschäftige ich mich auch mit diesem Thema (sexuelle Gewalt, rape culture) schon recht lange aus verschiedenen Positionen heraus. In dem Moment, in dem ich fachlich spreche, verschwimmt aber im Auge des Betrachters meine Definitionsmacht als Betroffene, und in dem Moment, in dem ich als Betroffene spreche, kann ich nicht mehr „objektiv“ (sic!) genug sein, um auch von einer fachlichen Ebene her Wissen zu haben.

Diese Dichotomie, die wir als Gesellschaft zwischen den Begriffenen „Betroffene_r“, „Aktivist_in“ und „Expert_in“ aufgemacht haben, gilt es weiter kritisch im Auge zu behalten und zu hinterfragen. Denn auch die Frage wem wir Expertenstatus einräumen, wem wir Defintionsmacht zugestehen, wem wir erlauben über welche Fragen wie zu urteilen und wem eher nicht, hat ganz viel mit gesellschaftlichen Machtstrukturen zu tun.

Bleibt wachsam und reflektiert.

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11 Gedanken zu “Betroffene ODER „Expertin“

  1. Warum fehlt der Betroffene?

    • Das ist interessant, dass es gerade an der Stelle an der ich mal generisches Femininum benutzt habe, auffällt. Ich benutze viel häufiger generisches Maskulinum und dazu habe ich bisher noch keine einzige Frage bekommen.
      Generell zu den verschiedenen Genderformen, die ich benutze habe ich hier schon mal was geschrieben: https://malifuror.blog-space.eu/facebook-goes-blog/ .
      Männer und nicht-binär geschlechtliche Menschen sind bei mir im generischen Femininum mitgemeint (außer wenn Kontext ausdrücklich was anderes sagt). Ebenfalls sind Frauen und nicht-binär geschlechtliche Menschen bei mir im generischen Maskulinum mitgedacht (auch wenn das nicht Ihre/deine Frage war).

  2. ZiemlichGeheim

    Ich glaube, das trifft zu. Ein Phänomen, das, wie du sagst, besonders bei Sexismus, Rassismus, psychischen Störungen wie Burnout oder Depression oder körperlichen Einschränkungen deutlich wird. Ich sehe eine Ursache darin, dass Hegemonialgesellschaften darin Kräfte oder Störfaktoren ausmachen, die ihrer Hegemonialität entgegen wirken. Dies aktiviert ein System der Marginalisierung, indem eine Mitschuld an dem Sachverhalt zugewiesen wird. Die Leistungsgesellschaft beschuldigt den Depressiven als Minderleister, die patriarchale Gesellschaft unterstellt Frauen Verdorbenheit und so eine Mitschuld daran, dass sie Opfer von sexueller Diskriminierung oder Gewalt sind, die weiße Gesellschaft stellt alle anderen als minderbemittelt und faul, teils unbewusst oder insgeheim.

    Es ist ein machterhaltendes System zur Selbstrechtfertigung, dem möglicherweise simple psychische Selbsterhaltungstriebe auf zugrunde liegen, die dann kollektive Formen annehmen.

    Das Expertentum Betroffener wird zwar meiner Meinung nach anerkannt, aber die Relevanz ausgehöhlt, indem das Fachwissen als obsessive Selbstbeschäftigung entwertet und durch die Perspektive verdrängt wird, dass hier das „Opfer“ sprich, das nur „Opfer“ ist, weil es unbedingt „Opfer“ sein will, weil ihm bspw. eine regelgerechte gesellschaftliche Anerkennung zu anstrengend ist oder es sein Berechtigung aus der Opferrolle inszeniert oder es einfach nur stören will. Oder das Expertentum wird entwertet, indem die Fachkundigkeit als Ausnahme betrachtet wird.

  3. […] In unserer Gesellschaft herrscht eine Schein-Dichotomie zwischen den Begriffen „Betroffene“, „Aktivist_in“, und „Expert_in“. Im Auge der meisten Menschen kann man nämlich nur eins davon sein, auf gar keinen Fall alles drei. Betroffene oder Expertin? /malifuror […]

  4. […] widmet sich der Schein-Dichotomie zwischen den Begriffen „Betroffene“, „Aktivist_in“, und „Expert_in“ und fragt, wem wann wie Wissen zu- oder abgesprochen […]

  5. Hey.
    Du verwendest den Begriff „bildungsfern“. Dieser Begriff impliziert, dass es ein Wissen gibt, das in irgendeinem gedachten Zentrum liegt – also: akademisches – und dass es anderes Wissen gibt, dass davon „fern ist“.
    Ich empfinde diesen Begriff als Beleidigung und klassistisch“!
    Eine Alternative, die die strukturelle Ebene sichtbar macht, ist zum Beispiel „universitätsfern gemacht“ – oder mein Favorit: „bildungsbürgertumsfern“.
    Grüße,
    CR
    P.S.: Die Studien zu Bildungsausschlüssen, auf die Du Dich beziehst kennt kaum wer. Deshalb wäre es toll, die wichtigsten kurz zu erwähnen.

    • Danke für deine Rückmeldung. Ich mag den Begriff „bildungsfern“ auch nicht so, benutze den nur sehr selten und wenn dann eigentlich als „bildungsfernERE“ und in Ausführungszeichen und mit (sic) dahinter. Habe aber gerade nochmal nachgeguckt, du hast Recht, ich habe diesmal Anführungszeichen und (sic) vergessen, das sollte nicht so sein.
      „Bildungbürgertumsfern“ ist ein schöner Ersatz, kannte den Begriff nicht (danke fürs drauf aufmerksam machen), werde das gleich mal austauschen.

      Grüße
      Malaika

      P.S. Meinst du? Ich habe die halt ständig überall immer gelesen und gehört, aber vielleicht liegt das auch an meinem Studium? Kann ich grad schwer beurteilen. Ich müsste die Studien jetzt auch erstmal wieder raus suchen, aber sobald ich sie finde, füge ich sie gern noch ein.

  6. Weniger die Dichotomie zwischen Experten und Betroffenen ist das Problem, sondern die konstruierte Dichotomie zwischen Experte und Nichtexperte, der auch in diesem Text das Wort geredet wird. Diese Trennung in jene, die zu einem Thema etwas sagen dürfen und jene, die dazu zu schweigen haben, produziert erst die von Dir festgestellte Dichotomie.
    Unter Linken gibt es die Vorstellung, dass alle Experten sein können, Gramsci nannte sie „organische Intellektuelle“. Und diese These, dass es nicht auf Titel oder Abschlüsse, nicht auf Geschlecht oder Hautfarbe ankommt, um sich in einem Thema auszukennen, ist mir viel sympathischer, als diese scharfe Trennung in Experten und Nichtexperten, die doch allzu oft wenig mit wirklichem Wissen und viel mit Machtinteressen zu tun hat. Angeeignetes Wissen ist ein Kontinuum: Man kann immer mehr lernen, mehr verstehen. Und selbst wer viel mehr als andere zu einem Thema gelernt hat, muss aus seinem Wissen noch lange nicht richtige, kluge oder gar emanzipatorische Schlüsse ziehen. Deshalb sollte man die willkürliche Trennung in Experte und Nichtexperte aufgeben und lieber anfangen, Wissen mit anderen auf Augenhöhe auszutauschen.

    • Bei deinem ersten Satz versteh ich nicht ganz wo der Widerspruch sein soll zu dem was ich schreibe. Wenn ein Betroffener, deswegen als Nichtexperte gelabelt wird, weil er_sie betroffen ist, ist das doch genau die konstruierte Dichotomie, die du auch kritisiert.
      Bei dem Rest stimme ich dir nicht ganz zu. „Unter Linken gibt es die Vorstellung, dass alle Experten sein können“ <- seh ich komplett anders. Gerade unter Linken (zu denen ich mich übrigens auch durchaus zähle) sind Machtstrukturen auch sehr präsent. Sie mögen vielleicht weniger offensichtlich sein, als in konservativeren/nicht-linken Kreisen, aber klassistischer Ausschluss ist ein großer Problem gerade auch in linken, akademisierten Kreisen. Auch andere Diskriminerungs- und Ausschlussformen sind unter Linken durchaus vorhanden, sie finden nur subtiler statt (und gerade wenn man Privilegien genießt, sieht man sie vielleicht nicht so direkt). Beispiel: Achte einfach mal darauf, wer auf linken Veranstaltungen in der Regel spricht, wieviele Männer*, wieviele weiße Personen, wieviele trans Personen, wieviele disabled Menschen, wie viele Bildungsbürgertumferne/prekär-lebende Menschen (aber nicht nur personell, sondern auch inhaltlich ist der Ausschluss durchaus manifestiert). Ebenso halte ich nichts von "wir sehen keine Hautfarben (/Geschlechter/Abschlüsse)". Das ist in einer Welt mit klaren Machtstrukturen schichtweg unmöglich. Wer nicht genauer hinschaut, wer sprechen darf und zu welchem Thema, er Definitionsmacht hat und wer sie haben sollte, verstärkt damit bereits vorhandene Machtstrukturen und Normen. Die gesellschaftliche Norm ist nunmal weiß/männlich/cis/abled/Mitteloberschichtig. "Ich sehe keine Hautfarben" heißt - ob mans will oder nicht - "ich sehe weiß". White Supremacy, Cisnormativität, Heteronormativität usw. gehen nicht davon weg, dass man sie nicht thematisiert. Wichtiger eher: Über Machtstrukturen sprechen, sie thematisieren, und vorallem Definitionshoheit thematisieren und sie gegebenfalls abgeben an diejenigen die von einer Thematik negativ betroffen/diskriminiert sind.

  7. Ich folge dir erst seit kurzem bei Twitter, aber durch dich hat sich meine Timeline in eine ganz neue Richtung entwickelt. Über White privilege etc. dachte ich schon vorher viel nach, aber durch dich (und die Personen in deinen Retweets, links…) verstehe ich das alles auf eine für mich neue, viel tiefergehende Art und Weise.
    Heute hab ich ein paar deiner blogposts gelesen und ich mag sehr wie du schreibst, BetrAktiExp hin oder her, ich fühle mit.
    Danke <3

    Ick les ma weiter. 🙂

  8. […] Diese klare Auftrennung in verschiedene Wissensquellen ist meist praktisch eh nicht möglich (ich bin halt eben nicht nur Betroffene ODER Expertin ODER Aktivistin. Life is complex, deal with it). Während manche abstrakten Formulierungen tatsächlich schlichtweg […]

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