Wieviel Privates ist politisch?

Wer sich mit Themen der sozialen Gerechtigkeit beschäftigt, z.B. als Feminist_in, Behindertenaktivist_in, Antirassist_in uvm, kommt in der Regel an irgendeinem Punkt nicht mehr umher sich auch mit Fragen der eigenen Positionierung und eigenen Lebenserfahrungen auseinander zu setzen. Dies trifft marginalisierte Menschen umso mehr, da das Politische (unfreiwillig) Teil ihres Alltags ist. Während beispielsweise als Schwarze Menschen selten die Wahl haben ob sie sich auch in ihrer Freizeit mit Rassismus beschäftigen möchten, können weiße Menschen sich entscheiden ob sie sich ihre eigene Position im System und ihre Privilegien genauer angucken möchten.

Ich bin eine Schwarze, psychisch erkrankte Frau. Meine aktivistischen Themen beinhalten unter Anderem Feminismus, Sexismus, (Anti-)Rassismus, psychische Erkrankungen und Ableismus. Die meisten Themen über die ich schreibe und spreche sind per se für mich persönlich. Dabei ist es eine Sache für mich zu wissen, was mich von meinen Worten gerade wie persönlich betrifft, aber eine ganz andere Frage wie viel ich davon nach außen preisgebe. Eine gewisse Offenheit ist für (meine) aktivistische Arbeit notwendig, da zum Einen nur durch persönliche Erlebnisse gewisse Argumente an Inhalt und Wert gewinnen und zum Anderen auch der Akt des „Schweigen brechens“ bereits massiv politisch und empowernd sein kann.

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