Betroffene ODER „Expertin“

In unserer Gesellschaft herrscht eine Schein-Dichotomie zwischen den Begriffen „Betroffene“, „Aktivist_in“, und „Expert_in“. Im Auge der meisten Menschen kannst du nur eins davon sein. Alles drei geht auf gar keinen Fall.

Sobald du „Betroffene“ bist, wird dir jegliche fachliche Expertise abgesprochen. Im Gegenzug, sobald du „Expert_in“ bist, wird bei dir jegliche (persönliche) Betroffenheit weggedacht.

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Ein paar Links zum §177

[Content Notion: Sexuelle Gewalt. Trigger Warnung für alle Links]

 

In den letzten Tagen wurde (nicht nur) im Netz wieder verstärkt über den Paragrafen §177 StGB, der den Tatbestand der sexuellen Nötigung und der Vergewaltigung regelt, diskutiert. Leider deckt dieser Pargraf nur einen kleinen Anteil an Vergewaltigungen und sexuellen Nötigungen ab, viele Fälle sind bis heute nicht strafbar. Deswegen wird schon seit langem eine Reform des Paragrafens gefordert und von diversen Organisationen und Verbänden gefordert.

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Differenzierungsansprüche, Medienethik, und weißer Nicht-Terrorismus

[Geschrieben und Erstveröffentlicht am 28.03.2015, Stand: 28.03.2015]

 

Ich bin ein Fan von Differenzierungen. Wirklich. Ich finds nur interessant, in welchen Fällen Differenzierungen und Verständnis (teils auch recht aggressiv) gefordert werden und in welchen nicht.
Andreas L. hat vor einigen Tagen 150 Menschen, so wie es aussieht absichtlich, getötet. Schnell flogen Forderungen nach Verständnis und nach differenzierter Herangehenweise umher. Außerdem gab und gibt es wahrscheinlich genauso viele Aufrufe nicht zu spekulieren, wie es Spekulationen gab.

Es wurde debattiert über „darf man ein Foto von ihm zeigen? Darf man seinen Namen veröffentlichen?“. Es wurde darüber gesprochen, dass die Persönlichkeitsrechte seiner Familie geschützt werden müssten. Es wurde über seine eigenen Persönlichkeitsrechte gesprochen, da er wohl doch psychisch krank und unzurechenbar sei und wohl doch gar nichts dafür könne (spätestens am Punkt der vermeintlichen psychischen Erkrankung flog dann alles durcheinander, aber dazu weiter unten mehr).

 

Wie gesagt, ich mag Differenzierungen. Ich mag auch Entschleunigungen und lieber mal abwarten, bevor man sich die drölfzigste boulevardeske Spekulation um die Ohren haut.
Ich finds aber auch interessant, dass als diese Forderungen nach Verständnis, Differenzierung, Persönlichkeitsrechten, Menschenwürde des Täters und so weiter und so fort, jetzt auf einmal (wie gesagt, teils recht aggressiv) auftauchen, wo der Täter weiß und deutsch ist… Weiterlesen…

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