Warum ich Vergewaltigung nicht so witzig finde wie Wiesenhof

[CW Sexualisierte Gewalt, rape culture, Vergewaltigungswitz. Erwähnung von Selbstverletzung und Suizid]

 

 

Das Fleischunternehmen Wieshof hat mehrere Werbespots mit Atze Schröder gedreht. In einem Werbespot bewirbt Schröder „die größte Wurst des Sommers“ (sic) mit den Worten: „Danach müssen Gina und Lisa erstmal in die Trauma-Therapie“. Eine Anspielung auf die Vergewaltigung von Gina Lisa Lohfink. Mal wieder ein billiger Vergewaltigungswitz im Fernsehen.

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Warum ich „Schland“ nicht feiern kann/will

[CW Nationalismus, Rassismus, Antisemitismus]

 

Es ist wieder Männer Fußball EM. Wie alle zwei Jahre hängen in deutschen Vorgärten, an deutschen Autos, auf deutschen Balkonen usw. massenhaft schwarz-rot-goldene (oder auch mal schwarz-weiß-rote) Flaggen.

 

„Endlich traut sich Deutschland mal wieder Nationalstolz zu zeigen“, heißt es. „Das ist doch nur harmloser Patriotismus“, heißt es.

Nationalstolz‘ bedeutet laut Definition von Duden.de: „Gefühl des Stolzes, einer bestimmten Nation anzugehören“.

Patriotismus‘ definiert Duden.de als: „[begeisterte] Liebe zum Vaterland; vaterländische Gesinnung“.

Wikipedia erklärt: „Als Patriotismus wird eine emotionale Verbundenheit mit der eigenen Nation bezeichnet“.

 

Was ist eigentlich diese Nation Deutschland, die wir jetzt endlich – soo lange™ nach dem Holocaust – endlich alle mal lieben sollen? Wie sieht dieses Land für das ein bisschen Stolz „endlich“ wieder angesagt ist im Jahr 2016 aus?

Hier ein kleiner Überblick:

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Du bist ok

[CW victim-blaming, sexualisierte Gewalt]

 

 

Diese Worte gehen an dich. Du, di_er da irgendwo vor dem PC sitzt und dich in meinen Worten wieder findest. Du wurdest vergewaltigt. Oder vielleicht kannst du auch (noch) nicht benennen, was dir passiert ist. Weiterlesen…

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Rape Culture und rassistische Doppelmoral

[Starke CW] Vergewaltigung, Belästigung, rape culture, Rassismus]

 

 

Da war der Typ im Zeltlager, der mich belästigte als ich 11 war.

Da war die Gruppe von Typen im Kino, die mir mehrfach an den Hintern grapschten, als ich 13 war.

Da war der Mann, der mich sexuell nötigte als ich 17 war.

Da war der Mann, der mich ein paar Jahre später vergewaltigte. Zufälligerweise an Silvester.

 

Wisst ihr was diese Jungs und Männer aus den genannten Erlebnissen (neben ihrem Geschlecht) gemeinsam hatten? Sie sind weiß und deutsch.

Wäre diese Tatsache in einer Rassismusfreien Welt wichtig? Nein. Leben wir in einer Rassismusfreien Welt? Nein.

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Betroffene ODER „Expertin“

In unserer Gesellschaft herrscht eine Schein-Dichotomie zwischen den Begriffen „Betroffene“, „Aktivist_in“, und „Expert_in“. Im Auge der meisten Menschen kannst du nur eins davon sein. Alles drei geht auf gar keinen Fall.

Sobald du „Betroffene“ bist, wird dir jegliche fachliche Expertise abgesprochen. Im Gegenzug, sobald du „Expert_in“ bist, wird bei dir jegliche (persönliche) Betroffenheit weggedacht.

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Ein paar Links zum §177

[Content Notion: Sexuelle Gewalt. Trigger Warnung für alle Links]

 

In den letzten Tagen wurde (nicht nur) im Netz wieder verstärkt über den Paragrafen §177 StGB, der den Tatbestand der sexuellen Nötigung und der Vergewaltigung regelt, diskutiert. Leider deckt dieser Pargraf nur einen kleinen Anteil an Vergewaltigungen und sexuellen Nötigungen ab, viele Fälle sind bis heute nicht strafbar. Deswegen wird schon seit langem eine Reform des Paragrafens gefordert und von diversen Organisationen und Verbänden gefordert.

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Differenzierungsansprüche, Medienethik, und weißer Nicht-Terrorismus

[Geschrieben und Erstveröffentlicht am 28.03.2015, Stand: 28.03.2015]

 

Ich bin ein Fan von Differenzierungen. Wirklich. Ich finds nur interessant, in welchen Fällen Differenzierungen und Verständnis (teils auch recht aggressiv) gefordert werden und in welchen nicht.
Andreas L. hat vor einigen Tagen 150 Menschen, so wie es aussieht absichtlich, getötet. Schnell flogen Forderungen nach Verständnis und nach differenzierter Herangehenweise umher. Außerdem gab und gibt es wahrscheinlich genauso viele Aufrufe nicht zu spekulieren, wie es Spekulationen gab.

Es wurde debattiert über „darf man ein Foto von ihm zeigen? Darf man seinen Namen veröffentlichen?“. Es wurde darüber gesprochen, dass die Persönlichkeitsrechte seiner Familie geschützt werden müssten. Es wurde über seine eigenen Persönlichkeitsrechte gesprochen, da er wohl doch psychisch krank und unzurechenbar sei und wohl doch gar nichts dafür könne (spätestens am Punkt der vermeintlichen psychischen Erkrankung flog dann alles durcheinander, aber dazu weiter unten mehr).

 

Wie gesagt, ich mag Differenzierungen. Ich mag auch Entschleunigungen und lieber mal abwarten, bevor man sich die drölfzigste boulevardeske Spekulation um die Ohren haut.
Ich finds aber auch interessant, dass als diese Forderungen nach Verständnis, Differenzierung, Persönlichkeitsrechten, Menschenwürde des Täters und so weiter und so fort, jetzt auf einmal (wie gesagt, teils recht aggressiv) auftauchen, wo der Täter weiß und deutsch ist… Weiterlesen…

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Die Gefahr kommt aus der Mitte

Was/wer ist rassistisch?

Ich werde jetzt nicht mit einer Duden-Definition anfangen, da diese Standard-enzyklopädischen Definitionen meist viel zu ungenau, viel zu schwammig, teilweise faktisch inkorrekt und natürlich in den meisten Fällen auch recht einseitig/eurozentristisch wieder von Menschen aus priviligierten Positionen heraus geschrieben worden sind.

Mittlerweile reicht es oft schon „manchmal zum Chinesen“ (sic!) zu gehen oder (der Klassiker) „schwarze Freunde“ zu haben um jegliche rassistischen Einstellungen/Gedanken weit von sich zu weisen.

Wer keine Asylbewerberheime anzündet, ist kein Rassist. Wer sich sogar ab und an mal mit „Türken“, mit „Schwarzen“ etc. unterhält oder gar mit einem von ihnen befreundet ist, kann natürlich auf gar keinen Fall rassistische Einstellungen teilen. Nicht wahr? Nunja, nicht ganz.

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